IDW Positionspapier Trendwatch: Trends und Herausforderungen im Automobilsektor 20.09.2022

Die Automobilbranche steckt in einem tiefen Transformationsprozess. Da der Mobilitätssektor einer der Schlüsselbereiche hierzulande ist, beschäftigt sich das IDW mit wohlstandssichernden Anpassungsstrategien dieser Industrie. Das neue IDW Positionspapier Trendwatch zeigt auf, was nötig ist, damit die deutsche Automobilindustrie die bevorstehenden Herausforderungen erfolgreich besteht.

Düsseldorf, 20. September 2022 - Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) stellt in seinem neuen IDW Positionspapier Trendwatch „Die neue Mobilität – Trends und Herausforderungen im Automobilsektor“ wesentliche Grundsätze vor, mit denen die heimische Automobilindustrie auf die globalen Herausforderungen reagieren kann. „Die Politik darf bei ihrer Rahmensetzung bei allen Herausforderungen den Wert des Automobilsektors für den Standort Deutschland nicht vergessen“, fordert Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann, Sprecher des Vorstands des IDW. Ein notwendiger gesellschaftlicher Konsens über Maßnahmen, Kosten und Ziele der Transformation sollte folgende vier Grundsätze berücksichtigen:

Erster Grundsatz: Individuelle Mobilität muss weiterhin für einkommensschwache Haushalte erschwinglich bleiben. „Sollten die Preise für Pkw oder deren Nutzung als Folge regulatorischer Vorgaben, geopolitischer Spannungen oder Lieferkettenänderungen derart steigen, dass größere Teile der Gesellschaft von individueller Mobilität ausgeschlossen zu werden drohen, ist dies nicht tragfähig“, so Klaus-Peter Naumann.

Zweiter Grundsatz: Mobilität ist grenzüberschreitend und international. Der weitere Erfolg der deutschen Automobilindustrie wird auch davon abhängen, welche Rolle Deutschland in der Welt übernehmen kann und will. Trotz vorhandener Reshoring-Tendenzen (Rückverlagerung der Produktion in die Industrieländer) wird die Automobilindustrie in Zukunft international bleiben. Gleichwohl gilt: „Das Risiko einer zu großen Abhängigkeit deutscher Unternehmen von ausländischen Märkten wie China muss stärker berücksichtigt werden“, so Naumann weiter.

Dritter Grundsatz: Mobilität bedeutet Arbeitsplätze. Die Dimension des anstehenden Strukturwandels darf nicht unterschätzt werden. Ein Wegfall von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie sollte mit der Schaffung neuer und qualitativ gleichwertiger Arbeitsplätze etwa in der Digitalindustrie kompensiert werden. Uns ist wichtig, dass ein politischer Diskurs geführt wird, ob der Transformationsprozess der Automobilindustrie vom Staat mit flankierenden Maßnahmen begleitet wird, so Naumann.

Vierter Grundsatz: Mobilität gehört in die Mitte der Gesellschaft. Die Gesellschaft als Ganzes und der einzelne Mensch müssen in den öffentlichen Diskurs und die Gestaltung des Transformationsprozesses einbezogen werden. Es gibt zahlreiche Hinweise, dass dieser Punkt bisher nicht ausreichend berücksichtigt wird. „Will sie von Erfolg gekrönt sein, muss die Transformation der Automobilindustrie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein – gerade für Deutschland, das sich als wesentlicher Automobilstandort definiert“, konstatiert IDW Vorstandssprecher Naumann.

Das IDW Positionspapier Trendwatch „Die neue Mobilität – Trends und Herausforderungen im Automobilsektor“ finden Sie unter folgendem Link auf der IDW Website: IDW Positionspapiere

Presseinformation 11/2022
als PDF:  IDW Positionspapier Trendwatch: Die neue Mobilität (IDW Presseinfo)

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