IDW Standard: Beurteilung der Angemessenheit börsenkursbasierter Kompensationen

Ausgehend von der BGH-Rechtsprechung konkretisiert der neue IDW S 17 für verschiedene Anwendungsfälle, in denen der Wirtschaftsprüfer die Angemessenheit börsenkursbasierter Kompensationen zu beurteilen hat, die Anforderungen an die Beurteilungskriterien und -handlungen sowie die darauf basierende eigenverantwortliche Gesamtbeurteilung des Wirtschaftsprüfers.

Nach der Rechtsprechung des BGH kann eine angemessene Abfindung von Aktionären nach § 305 AktG sowie auch ein angemessener Ausgleich nach § 304 AktG unter bestimmten Umständen allein anhand des Börsenkurses der Aktie bestimmt werden, sofern dieser im konkreten Einzelfall den "wahren" Wert der Anteile widerspiegelt. In den Urteilen des BGH werden verschiedene Kriterien angeführt, die hierfür relevant sein können.

IDW S 17 weist im Vergleich zu der Entwurfsfassung IDW ES 17 vor allem folgende Änderungen auf:

  • Die allgemeinen Ausführungen in den Abschnitten 1 und 5 wurden gestrafft und ein deutlicherer Fokus auf die BGH-Rechtsprechung gelegt.
  • Der Zeitbezug der Beurteilungskriterien wurde klarer herausgestellt. Vor allem wurde bei dem Kriterium der Anteilseignerstruktur Folgendes ergänzt: Wenn der beherrschende Einfluss erst durch eine zeitnahe Transaktion zwischen freien Parteien zustande kommt (vor allem ein öffentliches Übernahmeangebot) und der erzielte Preis im Börsenkurs reflektiert ist, kann von einer unkritischen (grünen) Ausprägung des Kriteriums Anteilseignerstruktur auszugehen sein.
  • Für das Kriterium der Liquidität als Vergleichsmaßstab für eine unkritische (grüne) Ausprägung wird nur noch auf die übliche Liquidität von Unternehmen des Aktienindex MDAX abgestellt.
  • Ergänzt wurden konkrete Mindestanforderungen an die Inhalte der Berichterstattung.

IDW S 17 ist abgedruckt in der IDW Life 1/2026. Er ist als Print on Demand im IDW Verlag erhältlich: IDW S 17

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