IASB veröffentlicht IFRS 20 „Regulatorische Vermögenswerte und regulatorische Schulden“ 

Das IASB hat am 27. Mai 2026 den neuen IFRS Accounting Standard (IFRS) 20 „Regulatory Assets and Regulatory Liabilities“ veröffentlicht. Der neue Standard betrifft ausschließlich Unternehmen, die einer bestimmten Form der Preisregulierung unterliegen.

Hintergrund

Unternehmen, die Versorgungsleistungen wie Strom, Gas oder Wasser erbringen, unterliegen häufig einer behördlichen Regulierung. Diese legt bspw. fest, wann und in welcher Höhe ein Unternehmen von seinen Kunden ein Entgelt erheben darf. Weicht der Zeitpunkt der Leistungserbringung vom Zeitpunkt der Abrechnung ab, bildet der ausgewiesene Umsatz die wirtschaftliche Leistung des Unternehmens in der betreffenden Periode möglicherweise nicht vollständig ab. Bislang fehlte im IFRS-Regelwerk ein umfassender Standard, der sich diesem Thema widmete; IFRS 14 „Regulatory Deferral Accounts“ galt lediglich als Interimsregelung für Erstanwender und ist vor diesem Hintergrund gar nicht erst in EU-Recht übernommen worden.

IFRS 20 verpflichtet betroffene Unternehmen künftig, zeitliche Differenzen zwischen Leistungserbringung und Entgelterhebung als regulatorische Aktiv- bzw. Passivposten im Abschluss zu berücksichtigen. Ziel ist es, Investoren vollständigere und vergleichbarere Informationen über die Auswirkungen der Regulierung auf Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie künftige Cashflows zu geben.

IFRS 20 ist erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nachdem 1. Januar 2029 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist (vorbehaltlich des EU-Endorsements) möglich.

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