EFRAG-Diskussionspapier zur „Connectivity“: IDW plädiert für schrittweises Vorgehen und stabile Grundlagen
Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat am 30.06.2026 zum Diskussionspapier "Connectivity of Financial and Sustainability Reporting" der EFRAG zur besseren Verknüpfung („Connectivity“) von Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung Stellung genommen.
Grundsätzlich begrüßt das IDW die Initiative, die Weiterentwicklung der Unternehmensberichterstattung hin zu einer stärkeren „Connectivity“ voranzutreiben. Eine engere Verzahnung der beiden Berichtsstränge kann sowohl aus Sicht der Adressaten zu mehr Transparenz und Informationseffizienz beitragen als auch Unternehmen bei der Weiterentwicklung ihrer Governance unterstützen.
Zugleich betont das IDW jedoch, dass wesentliche Voraussetzungen für weitergehende regulatorische Schritte derzeit noch nicht erfüllt sind. Während die Finanzberichterstattung auf etablierten europäischen Regelwerken und langjähriger Praxis basiert, befindet sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung – insbesondere nach den ESRS – noch in einer Entwicklungsphase. Es mangelt an belastbaren Erfahrungen, etablierten Prozessen sowie einem gefestigten Marktverständnis zu Best Practices.
Vor diesem Hintergrund fordert das IDW u. a., zunächst eine stabile Plattform an Nachhaltigkeitsberichtsanforderungen und Prozessen zu schaffen. Zudem spricht sich das IDW dafür aus, erst die Anwendung der ESRS zu beobachten und im Rahmen eines Post-Implementation Review zu evaluieren. Dadurch könne besser beurteilt werden, welche Formen der Connectivity sich in der Praxis herausbilden und tatsächlich nachgefragt werden, auch im Hinblick auf die künftige Bedeutung der globalen Berichtsstandards des ISSB.