IDW: Deutschland muss seine digitale Resilienz entschlossen stärken
Für mehr digitale Resilienz in Deutschland besteht dringender Handlungsbedarf. Zu diesem Ergebnis kommt ein neues Trendwatch Position Paper des Instituts der Wirtschaftsprüfer. Es bildet den Auftakt der dreiteiligen Trendwatch-Reihe „Wie resilient muss und kann Deutschland sein?“ und zeigt auf, wie Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberangriffen, technologischen Abhängigkeiten und digitalen Störungen verbessern können.
Düsseldorf, 30. September 2026 – Digitale Resilienz beschreibt die Fähigkeit, kritische digitale Systeme auch bei Cyberangriffen oder anderen Störungen aufrechtzuerhalten oder schnell wiederherzustellen. Das IDW greift das Thema auf, weil Cyberangriffe mittlerweile zu den größten Geschäftsrisiken für Unternehmen zählen und die wirtschaftliche Stabilität ebenso wie das Vertrauen in digitale Prozesse gefährden können. Gleichzeitig verfügen viele Unternehmen und Behörden weiterhin nicht über ein ausreichendes Schutzniveau. „Digitale Resilienz entscheidet heute darüber, ob Wirtschaft, Staat und kritische Infrastrukturen auch unter erheblichem Druck handlungsfähig bleiben. Sie ist eine zentrale Voraussetzung für Deutschlands Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität“, sagt IDW Vorstandssprecherin Melanie Sack.
Deutschland hat in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, etwa das KRITIS-Dachgesetz, die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie oder Initiativen zur Stärkung digitaler Souveränität. Aus Sicht des IDW fehlt jedoch weiterhin eine übergreifende Steuerung, die die zahlreichen Aktivitäten bündelt, priorisiert und deren Wirksamkeit überprüft.
Zur Stärkung der digitalen Resilienz empfiehlt das IDW insbesondere:
- einen nationalen Chief Resilience Officer im Kanzleramt, der Maßnahmen ressortübergreifend koordiniert,
- eine schnellere Umsetzung bestehender Strategien und Gesetze sowie eine stärkere Ausstattung der zuständigen Behörden,
- mehr Unterstützung für Mittelstand und Verwaltung, um bestehende Sicherheitslücken zu schließen,
- eine umfassende Fachkräfteoffensive im Bereich Cybersicherheit,
- eine stärkere Verantwortung von Unternehmensleitungen und Aufsichtsräten für digitale Risiken sowie
- gezielte Investitionen in souveräne Technologien, europäische Cloud-Infrastrukturen und innovative Sicherheitslösungen.
Nach Auffassung des IDW sind Investitionen in digitale Resilienz keine Belastung für Wachstum und Innovation. Sie stärken vielmehr die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, fördern technologische Innovationen und bilden die Grundlage für eine sichere und leistungsfähige digitale Wirtschaft. Entscheidend ist jetzt, Resilienz als dauerhafte Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu begreifen und entsprechende Maßnahmen konsequent umzusetzen.
Melanie Sack betont: „Die Bundesregierung sollte digitale Resilienz als strategische Führungsaufgabe begreifen und ressortübergreifend steuern. Nur wenn Zuständigkeiten klar definiert und Maßnahmen konsequent koordiniert werden, kann Deutschland seine digitale Widerstandsfähigkeit wirksam stärken.“
Über die IDW Trendwatch-Reihe zu Resilienz
Unter der Leitfrage „Wie resilient muss und kann Deutschland sein?“ beleuchtet der Ausschuss Trendwatch des IDW in einer dreiteiligen Reihe zentrale Aspekte der Resilienz. Den Auftakt bildet das Position Paper zur digitalen Resilienz. Weitere Papiere werden sich mit zusätzlichen wirtschaftlichen Dimensionen des Themas befassen.
Presseinformation 15/2026 (PDF)
______________________________________
Kontakt:
Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW)
Director Communications: Holger Externbrink
Roßstraße 74 | 40476 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 4561 427 | E-Mail:
holger.externbrink@idw.de
| IDW LinkedIn
Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW), gegründet 1932, repräsentiert rund 13.000 Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, damit etwa 79% aller deutschen Wirtschaftsprüfer. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Das IDW wahrt die Interessen seiner Mitglieder, unterstützt deren Berufsausübung durch fachlichen Rat und berufsständische Standards, fördert die Aus- und Fortbildung der Wirtschaftsprüfer und ihres beruflichen Nachwuchses und leistet umfassenden Mitgliederservice. Themen der Rechnungslegung und Prüfung, des Steuer- und Berufsrechts sowie der betriebswirtschaftlichen Beratung sind Gegenstand der Tätigkeit des IDW.