10.09.2026

Deutschland kann mehr: Perspektivwechsel statt Pessimismus

Das neue Trendwatch Position Paper des IDW wirbt für mehr Mut, Zuversicht und langfristige Reformbereitschaft in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Medien und beim Umgang mit dem demografischen Wandel.

Düsseldorf, 10. September 2026 – Unsicherheiten prägen die öffentliche Debatte: geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Belastungen, technologische Umbrüche und der demografische Wandel verstärken den Eindruck eines dauerhaften Krisenmodus. Das IDW Trendwatch Position Paper „Perspektivwechsel“ setzt diesem Befund eine klare Botschaft entgegen: Deutschland kann mehr, wenn es seine Stärken erkennt, Zukunft wieder als gestaltbar begreift und aus Unsicherheit konkrete Handlungsbereitschaft entsteht.

Das Papier versteht Optimismus nicht als Schönfärberei. Gemeint ist ein realistischer, chancenorientierter Blick auf Herausforderungen: Probleme sollen nicht ausgeblendet, sondern so betrachtet werden, dass daraus Gestaltungswille, Vertrauen und Reformfähigkeit entstehen. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus positiver Psychologie und Erwartungsbildung zeigen, dass positive Erwartungen Handlungsfähigkeit, Innovationsbereitschaft, Investitionen und gesellschaftliche Kooperation stärken können.

IDW Vorstandssprecherin Melanie Sack betont: „Wer Zukunft nur als Risiko beschreibt, schwächt den Mut zur Veränderung. Deutschland braucht jetzt einen Perspektivwechsel: raus aus der Negativspirale, rein in eine realistische Zuversicht, die Reformen ermöglicht.“

Historische und internationale Beispiele verdeutlichen den Ansatz: Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und die Wiedervereinigung zeigen, dass tiefgreifender Wandel auch aus schwierigen Ausgangslagen gelingen kann. Auch der Blick ins Ausland – etwa auf Katar, Japan und die baltischen Staaten – macht deutlich, wie Krisen, Strukturbrüche und demografische Herausforderungen in Reformimpulse übersetzt werden können.

Im Mittelpunkt stehen fünf Handlungsfelder: In der Gesellschaft geht es darum, Selbstwirksamkeit und Zukunftsvertrauen zu stärken. In der Wirtschaft sollen die Chancen und Stärken des Standorts Deutschland sichtbarer werden – vom Mittelstand über industrielle Kompetenz bis zu Forschung, Innovation und Gründungsdynamik. In der Politik fordert das Papier mehr Langfristigkeit, Planbarkeit und Mut zu Reformen über Wahlperioden hinaus. Für Medien und öffentliche Debatten wird eine stärkere Orientierung an Einordnung, Verantwortung und Lösungsansätzen angeregt. Beim demografischen Wandel plädiert das Papier dafür, Alterung, Migration, neue Arbeitsmodelle, Weiterbildung und technologische Innovation nicht nur als Belastung, sondern auch als Chance zu begreifen.

Das Positionspapier schließt mit einem Appell an alle gesellschaftlichen Bereiche: Politik, Wirtschaft, Bildung, Medien, Organisationen und Bürgerinnen und Bürger tragen gemeinsam Verantwortung dafür, die Zukunft aktiv zu gestalten. Ein realistischer Optimismus ist dabei eine Voraussetzung für Transformation und Erneuerung.

„Deutschland verfügt weiterhin über erhebliche Potenziale: einen starken Mittelstand, industrielle Spitzenkompetenz, Exportstärke in Spezialgütern, leistungsfähige Forschungs- und Bildungsstrukturen sowie erste Ansätze einer Reformagenda. Entscheidend ist, diese Stärken mehr wahrzunehmen und in konkrete Zukunftsprojekte zu übersetzen“, so Melanie Sack.

Download IDW Trendwatch Position Paper „Perspektivwechsel”

Presseinformation 11/2026 (PDF)

______________________________________

Kontakt:
Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW)
Director Communications: Holger Externbrink
Roßstraße 74 | 40476 Düsseldorf
Tel.: 0211/4561-427 | Fax: 0211/4561-88427 | E-Mail: holger.externbrink@idw.de | IDW LinkedIn

Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW), gegründet 1932, repräsentiert rund 13.000 Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, damit etwa 79 % aller deutschen Wirtschaftsprüfer. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Das IDW wahrt die Interessen seiner Mitglieder, unterstützt deren Berufsausübung durch fachlichen Rat und berufsständische Standards, fördert die Aus- und Fortbildung der Wirtschaftsprüfer und ihres beruflichen Nachwuchses und leistet umfassenden Mitgliederservice. Themen der Rechnungslegung und Prüfung, des Steuer- und Berufsrechts sowie der betriebswirtschaftlichen Beratung sind Gegenstand der Tätigkeit des IDW.