Öffentlicher Sektor: Zehn Thesen für die Doppik
Das neue IDW Position Paper fordert eine stärkere Nutzung der doppischen Rechnungslegung bei Bund und Ländern. Es erläutert, warum jetzt der richtige Zeitpunkt für die Doppik ist.
Das IDW zeigt in seinem Position Paper „Doppik stärken - Staat modernisieren“, warum die kameralen Informationen um eine umfassendere und transparentere Sicht auf Vermögen, Schulden und Ressourcenverbrauch ergänzt werden sollten: Neben der Finanzrechnung umfasst die Doppik eine Bilanz und eine Ergebnisrechnung. So werden Vermögen, Schulden und der tatsächliche Ressourcenverbrauch einer Periode sichtbar. Ein Lagebericht ergänzt diese Informationen um zukunftsorientierte Elemente.
Das IDW spricht sich langfristig für eine stärkere Verbindung von Doppik und Haushaltsrecht aus. Eine nachhaltige Reform sollte eine doppische Rechnungslegung und einen Haushaltsausgleich auf doppischer Grundlage einbeziehen. Eine daran ausgerichtete Schuldenbremse sollte auch Rückstellungen berücksichtigen.
Die praktischen Voraussetzungen für eine Reform sind vorhanden. Viele Kommunen arbeiten seit vielen Jahren mit doppischen Rechnungslegungssystemen. Hamburg und Hessen verfügen über umfangreiche Erfahrungen. Bund und Länder können somit auf bestehendes Wissen und erprobte Lösungen zurückgreifen.
Auch die europäische Entwicklung spricht aus Sicht des IDW dafür, jetzt zu handeln. Die meisten EU-Mitgliedstaaten haben die Doppik eingeführt oder treiben ihre Einführung voran. Deutschland gehört weiterhin zu den Nachzüglern. Eine eigenständige Weiterentwicklung der öffentlichen Rechnungslegung wäre hierzulande ohne weiteres möglich.
Die Umstellung sollte dabei nach Ansicht des IDW verhältnismäßig erfolgen. Vorhandene Daten, IT-Systeme und Erfahrungen können genutzt werden. Ziel sei nicht neue Bürokratie, sondern eine bessere Informationsgrundlage für politische und administrative Entscheidungen. Da Bund und Länder derzeit Verwaltungsprozesse, Datenhaushalte und IT-Landschaften modernisieren, sollten auch Haushalts- und Rechnungslegungssysteme Teil dieser Transformation werden.
Das IDW Position Paper im Volltext: