Berichterstattung

Die Berichterstattung von Unternehmen besteht heutzutage nicht ausschließlich aus der klassischen Finanzberichterstattung. Vielmehr werden national und international zunehmend auch nicht-finanzielle Berichtsinhalte gefordert.

Die Berichterstattung des Abschlussprüfers im Bestätigungsvermerk erfährt mit den IDW Verlautbarungen der sog. IDW PS 400er-Reihe tiefgreifende Änderungen. Ausgelöst wurden diese Änderungen vor allem durch europarechtliche und internationale Neuregelungen.

Ferner hat das IDW ein Positionspapier "Externes Reporting" veröffentlicht. Darin beleuchtet die Arbeitsgruppe Trendwatch die verschiedenen Elemente der Unternehmensberichterstattung. Analysiert wird, welche Unternehmen berichtpflichtig sind, welche Offenlegungsmöglichkeiten bestehen und inwieweit die Elemente einer Prüfungspflicht vor ihrer Veröffentlichung unterliegen. >> Trendwatch Externes Reporting   

Bestätigungsvermerk

Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers

Nach der neuen sog. IDW PS 400er-Reihe muss der Bestätigungsvermerk detaillierte Ausführungen zur Verantwortung des Abschlussprüfers enthalten.

Ein Teil dieser Ausführungen kann ausgelagert werden. Hierzu ist es erforderlich, im Bestätigungsvermerk auf die IDW Website unter Angabe der konkreten Webadresse zu verweisen, auf der die weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers hinterlegt ist. Diese auslagerungsfähigen Teile sind hier aufgeführt:

>> IDW >> IDW Verlautbarungen >> Bestätigungsvermerk

Weitere Informationen für IDW Mitglieder unter >> "Mein IDW"

Nichtfinanzielle Berichterstattung

CSR - Corporate Social Responsibility - bezeichnet die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen  auf die Gesellschaft:

Es geht um die nichtfinanzielle Berichterstattung über Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Korruptionsbekämpfung.

Dies sieht die europäische CSR-Richtlinie vor.

Betroffene Unternehmen

Betroffen sind große, börsennotierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern.

Im Lage- bzw. Konzernlagebericht oder in einem gesonderten nichtfinanziellen Bericht müssen sie ihre wesentlichen Risiken bei CSR-Belangen darstellen und angeben, welche Konzepte sie hierbei verfolgen.

Umsetzung in Deutschland

Tipp (für IDW Mitglieder):

  • PODCAST: Nichtfinanzielle Berichterstattung

In Deutschland ist die Richtlinie mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz vom 11.04.2017 umgesetzt worden (BGBl. I, 18.04.2017, S. 802). Das Gesetz gilt größtenteils bereits für Geschäftsjahre von Unternehmen, die ab dem 01.01.2017 beginnen.

Beteiligung des IDW

Das IDW hat sich mit mehreren Schreiben in das Gesetzgebungsverfahren eingeschaltet. Die Bundesregierung hat in ihrem Entwurf zahlreiche Anmerkungen aus der IDW Stellungnahme zum Referentenentwurf berücksichtigt. Der Regierungsentwurf hat dadurch im Vergleich zum Referentenentwurf deutliche Verbesserungen erfahren.

Aus IDW Aktuell:

In den Ergebnissen blättern

  • WPg-Aufsatz zum Thema: Lanfermann | EU-Richtlinie zur Angabe von nichtfinanziellen Informationen | WPg 2015, S. 322
Prof. Dr. Naumann

Prof. Dr. Naumann im Interview

Wie soll der Aufsichtsrat mit den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren eines Unternehmens umgehen? Warum soll die CSR-Richtlinie nur für kapitalmarktorientierte Unternehmen gelten? Und was sind die wichtigsten Vorschläge des IDW? Dazu äußert sich der Vorstandssprecher des IDW, Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann, im Interview. Zum Video

(veröffentlicht am 05.12.2016, Director's Channel)

 

Symposion "Die Zukunft der Unternehmensberichterstattung"

Das DRSC und das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) veranstalteten am 29.11.2016 in Berlin ein gemeinsames Symposion zum Thema "Die Zukunft der Unternehmensberichterstattung". Referenten aus der deutschen Wirtschaft, dem BMJV und dem BMF sowie von Standardsettern und Wirtschaftsprüfern hielten die Vorträge, an die sich eine Podiumsdiskussion anschloß. Die Präsentationen stehen Ihnen nachfolgend zur Verfügung.

Disclosure Overload

Die klassische Finanzberichterstattung wird zunehmend kritisiert. In diesem Kontext fällt der Begriff des Disclosure Overload, dessen Reduktion sich das IASB mit seinem Projekt "Disclosure Initiative" verpflichtet hat.

Vermehrt nicht-finanzielle Informationen

Darüber hinaus werden den Erstellern vermehrt Informationen abverlangt, die weit über das rein Finanzielle hinausgehen. Begründet wird dies damit, dass die bisherigen Bilanzierungsnormen die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens nicht mehr zutreffend abbilden. National und international werden auch nicht-finanzielle Berichtsinhalte gefordert. Initiativen verschiedener Organisationen (IIRC, FEE etc.) haben das erklärte Ziel, das Verhalten der Unternehmen hin zu einem nachhaltigen Wirtschaften zu bewegen.

Aktuell liegt der Regierungsentwurf zur Umsetzung der CSR-Richtlinie vor. Damit sollen nicht-finanzielle und die Diversität betreffende Informationen im nationalen Recht verankert werden. Das Country-by-Country-Reporting stellt eine weitere Berichtspflicht dar.

All diese vorgegebenen Berichtsinhalte sind auf ihre Einhaltung zu überwachen. Der Wirtschaftsprüfer wird teilweise ein Prüfungsurteil zu diesen neuen Berichtserfordernissen abzugeben haben.