Europäische Kommission will Struktur der WP-Aufsicht europäisieren 10.11.2017

Ginge es nach dem Willen der Europäischen Kommission, würde die EU-Aufsichtsbehörde für den Finanzmarkt (ESMA) die Aufsicht über die Wirtschaftsprüfer übernehmen. Das wäre ein einschneidender Paradigmenwechsel. Bisher ist die Aufsicht Sache der Mitgliedstaaten, die näher am Berufsstand sind und ihn aus Sicht des IDW daher auch besser beaufsichtigen können.
Gegenüber dem BMF hat das IDW seine Bedenken geäußert. Das Subsidiaritätsprinzip gebietet, dass die EU nur tätig werden darf, wenn Maßnahmen von den Mitgliedstaaten selbst nicht effektiv durchgeführt werden können. Davon kann bei der WP-Aufsicht in Deutschland nicht die Rede sein. Außerdem hat die Europäische Kommission zur Verbesserung der Aufsicht auf EU-Ebene den Ausschuss der Europäischen Abschlussprüfungsaufsichtsbehörden (Committee of European Auditing Oversight Bodies, CEAOB) geschaffen, der erst im letzten Jahr seine Arbeit aufgenommen hat. Bisher ist nicht bekannt, dass dort ein Defizit der nationalen Aufsichten zu Tage getreten wäre.

Durch ein redaktionelles Versehen wird in dem Schreiben die Abschlussprüfer-Richtlinie zitiert, wo es stattdessen "Bilanzrichtlinie" heißen müsste. Wir bedauern diesen Fehler.