WPg 7.2021, S. 419

Prüfungsrelevante Aspekte von im Jahresabschluss 2020 bilanzierten Corona-Finanzhilfen
Von WP StB Prof. Dr. Christian Zwirner, StB Michael Vodermeier und Dr. Felix Krauß

Im Zuge der Corona-Pandemie verabschiedete der Bund für das Jahr 2020 und das Jahr 2021 eine Reihe von finanziellen Unterstützungsmaßnahmen (unter anderem Überbrückungshilfen sowie außerordentliche Wirtschaftshilfen) für betroffene Unternehmen. Obwohl diese Corona-Finanzhilfen zum Teil bereits im Jahresabschluss für das kalenderjahrgleiche Wirtschaftsjahr 2020 ertragswirksam zu erfassen sind, stehen sie unter dem Vorbehalt einer Schlussabrechnung, die je nach Förderung erst bis zum 31.12.2021 oder bis zum 30.06.2022 vorzunehmen ist und aus der sich unter Umständen Rückzahlungen oder auch antragsbedingt erhöhte Förderungen ergeben können. Bei der Prüfung des Jahresabschlusses 2020 hat der Abschlussprüfer zu beurteilen, inwiefern diese Corona-Finanzhilfen - auch vor dem Hintergrund etwaiger Rückzahlungsverpflichtungen und nachträglich zu erhöhender Förderungen - zutreffend bilanziert werden. Die Ausgestaltung und Ermessensbehaftung einer solchen Beurteilung ist durch eine Vielzahl von Faktoren bedingt. Dazu zählen unter anderem die Fragen, ob ein Antrag bereits gestellt oder bewilligt wurde, ob ein Antrag gestellt werden soll und wie die Erfolgsaussichten in solch einem Fall zu beurteilen sind und inwiefern bei bereits erfolgten oder bei erwarteten Zuschusszahlungen mit Rückzahlungen gerechnet werden kann. Im Folgenden wird dargestellt, wie Corona-Finanzhilfen grundsätzlich zu bilanzieren sind und welche Herausforderungen sich im Einzelfall bei ihrer Prüfung im Jahresabschluss 2020 ergeben können. Die Aktualität des Themas zeigt sich auch darin, dass das IDW erst kürzlich zur bilanziellen Erfassung von Corona-Finanzhilfen im Jahresabschluss Stellung nahm.