WPg 7.2018, S. 501

Natur- und Kulturerbe in der öffentlichen Rechnungslegung - Konsultationspapier des IPSASB
Von WP StB Dr. Sebastian Heintges, WP StB Prof. Dr. Jörg Meinen und WP StB Moritz Meyer

Der International Public Sector Accounting Standards Board (IPSASB) hat im März 2017 ein Konsultationspapier zur Frage der Bilanzierung des Natur- und Kulturerbes in der öffentlichen Rechnungslegung veröffentlicht. Nachfolgend sollen die Kernpunkte dieses Papiers dargestellt werden. Dabei ist im Ergebnis festzuhalten, dass sich nach der vorläufigen Auffassung des IPSASB bei der Bilanzierung von Gegenständen des Natur- und Kulturerbes keine grundsätzlichen Besonderheiten ergeben. Verbindlichkeiten sollen nur bei erhaltenen Leistungen mit Gegenleistungsverpflichtungen erfasst werden. Im vorliegenden Beitrag soll darüber hinaus die Bedeutung des Konsultationspapiers für die Bilanzierung öffentlicher Einheiten in Deutschland dargestellt werden. Als wesentliche Konsequenz ergäbe sich für IPSAS-Bilanzierer künftig eine Pflicht, Vermögenswerte des Natur- und Kulturerbes zu aktivieren. Im Falle der Umstellung auf IPSAS kann in der erstmaligen Eröffnungsbilanz eine Bewertung zu Zeitwerten in Betracht kommen. Im Unterschied zu den nationalen Bilanzierungsregeln für öffentliche Verwaltungen sind das nach IPSAS zulässige Neubewertungsmodell und die Unzulässigkeit verschiedener pauschaler Bewertungsverfahren hervorzuheben.