WPg 6.2019, S. 315

Praxisfragen zu Berichtspflichten des Abschlussprüfers bei kapitalmarktorientierter GmbH
Von StB Prof. Dr. Dr. Petra Inwinkl
Der Beitrag befasst sich mit der Praxiskonstellation einer kleinen GmbH, die infolge der Ausgabe von Schuldverschreibungen an einem geregelten Markt in Österreich unter die Definition eines Unternehmens von öffentlichem Interesse fällt. Stellt der Abschlussprüfer (als natürliche oder juristische Person) im Rahmen seiner Tätigkeiten fest, dass für ein solches Unternehmen die gebotenen rechtlichen Regelungen nicht eingehalten werden – etwa bei Nichtvorhandensein eines Aufsichtsrats –, stellt sich die Frage, welche Bestimmungen der Berichtspflichten er zu würdigen und umzusetzen hat. Die in dieser Form eingegrenzte Konstellation wird im Rahmen von Art. 11 der EU-Abschlussprüfer-Verordnung 537/2014 (Zusätzlicher Bericht an den Prüfungsausschuss), von Art. 7 (Unregelmäßigkeiten) und von Art. 12 (Bericht an die für die Beaufsichtigung von Unternehmen von öffentlichem Interesse zuständigen Behörden) sowie im Rahmen von § 273 Abs. 2 des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs zum Prüfungsbericht und der Rechtslage nach dem HGB diskutiert.