WPg 3.2019, S. 148

Übernahme des Expected-Loss-Ansatzes nach IFRS 9 in den HGB-Abschluss von Banken?
Von Jan Klube, Andreas Schröter und Dr. Christoph Weber

Die Ermittlung der Risikovorsorge ist mit der Einführung von IFRS 9 zunehmend komplexer geworden. Die hohen IT- und Prozesskosten zur Wartung und Weiterentwicklung von Datenstrukturen und zum Customizing von Buchhaltungs- und Reportingsystemen erhöhen den Druck auf Banken, Überlegungen zur Harmonisierung der Risikovorsorge nach HGB und IFRS anzustellen. Zwingende Voraussetzung für eine solche Harmonisierung wäre eine Vereinbarkeit des neuen Expected-Loss-Ansatzes gemäß IFRS 9 mit handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. In diesem Beitrag stellen die Autoren die Risikovorsorge nach IFRS und HGB (Status Quo) dar und zeigen, dass die Übernahme des Expected-Loss-Ansatzes i. S. von IFRS 9 dem Sinn und Zweck der verlustfreien Bewertung nach HGB entspricht. In einem späteren Beitrag in dieser Zeitschrift wird dann anhand einzelner Kriterien untersucht, ob es gelingen kann, die Risikovorsorge nach IFRS und HGB betragsgleich zu ermitteln. Insoweit werden die Grenzen der Vereinheitlichung beschrieben.