WPg 22.2020, S. 1372

Auswirkungen von IFRS 16 auf die Unternehmensbewertung
Von Ingo Bertram und Dr. Andreas Tschöpel

IFRS 16 führt zu einer erheblichen Änderung des Bilanzbilds bei vielen Unternehmen und zu einer Erhöhung der bilanziellen Nettoverschuldung. Auf der Basis einer mit dominierenden Kapitalmarkttheorien im Einklang stehenden Hypothese lässt sich zeigen, dass mit IFRS 16 gleichwohl keine wesentlichen Auswirkungen auf Aktienpreise und Unternehmenswerte zu erwarten sind. Erste empirische Erfahrungen scheinen dies zu bestätigen. Eine Umsetzung dieser Hypothese in DCF-Kalküle und Multiplikator-Bewertungen ist möglich, bedarf aber konzeptioneller Sorgfalt
sowie für eine Übergangszeit Annahmen zu Datenlücken. Vereinfachungen und abweichende Vorgehensweisen können bei einem Vergleich mit früheren Bewertungen zu Wertunterschieden führen.