WPg 21.2019, S. 1176

JStG-E 2019: Handlungsbedarf bei wertgeminderten Gesellschafterdarlehensforderungen
Von StB Dr. Lukas Karrenbrock

Seit Inkrafttreten des MoMiG werden Gesellschafterdarlehen so behandelt wie Darlehen eines Drittgläubigers. Folglich führt nach der Rechtsprechung des BFH der Ausfall der Darlehensforderung eines GmbH-Gesellschafters nicht mehr zu nachträglichen Anschaffungskosten i. S. von § 17 EStG. Flankierend ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Ausfall einer privaten Kapitalforderung zu einem Verlust i. S. von § 20 EStG führt. Letzteres ist für den Steuerpflichtigen regelmäßig von Vorteil, da der Darlehensverlust so zeitlich bereits vor Veräußerung des §-17-EStG-Anteils und außerhalb des Teileinkünfteverfahrens berücksichtigt werden kann. Nach dem Entwurf der Bundesregierung zum JStG 2019 soll diese Entwicklung der Rechtsprechung jedoch wieder kassiert werden. Daher sollte bei wertgeminderten (Gesellschafter-)Darlehensforderungen noch bis Jahresende der Verlust realisiert werden.