WPg 19.2019, S. 1041

Zur handelsrechtlichen Abzinsung bei Ewigkeitslasten - Überlegungen am Beispiel bergbaurechtlicher Verpflichtungen
Von WP StB Dr. Norbert Roß, WP StB Dr. Christian H. Meyer und WP StB RA Frank Hundgeburth

Die Niedrigzinsphase lässt die Höhe der langfristigen Rückstellungen in der Handelsbilanz erheblich ansteigen. Dieser Effekt wird durch die Verwendung eines durchschnittlichen Marktzinses aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren abgemildert, da sich damit die GuV-wirksame Erfassung im Vergleich zur Verwendung eines (niedrigeren) Stichtagszinses auf mehrere Jahre erstreckt. Der Gesetzgeber hat indes bereits nach kurzer Zeit erkannt, dass auch dies nicht ausreicht, um dramatische Bilanzierungseffekte zu vermeiden. Er hat deshalb für die besonders langfristigen und hinsichtlich ihres Ergebniseffekts wesentlichen Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen den Zeitraum für die Ermittlung des durchschnittlichen Zinses von sieben auf zehn Jahre verlängert. Für sogenannte Ewigkeitslasten führt freilich auch diese Maßnahme zu keiner befriedigenden Lösung der Diskontierungsproblematik. Die Verfasser stellen deshalb anhand eines Praxisfalls beispielhaft einen Lösungsvorschlag ab dem Abschlussstichtag 31.12.2018 vor, der bereits de lege lata Abhilfe bietet.