WPg 18.2020, S. 1095

Zum Verbot der Erbringung von Nicht-Prüfungsleistungen für Prüfungsmandanten
Von Prof. Dr. Reiner Quick

Im Nachgang zum Bilanzskandal bei Wirecard werden zahlreiche Reformvorschläge zur Diskussion gestellt, unter anderem auch das Verbot der Erbringung von Nicht-Prüfungsleistungen für Prüfungsmandanten. Diese Maßnahme könnte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers stärken, ginge aber mit einem Verlust von aus diesen Leistungen resultierenden Zusatzinformationen über den Mandanten einher. Der Nettoeffekt auf die Prüfungsqualität bleibt unklar. Die empirische Forschung zeigt mehrheitlich auf, dass nicht die tatsächliche Prüfungsqualität, wohl aber die Qualitätswahrnehmungen von Stakeholdern beeinträchtigt werden. Allerdings variieren diese Qualitätswahrnehmungen in Abhängigkeit von der Art der Nicht-Prüfungsleistung, so dass vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Befunde ein generelles Verbot nicht geboten erscheint.