WPg 11.2019, S. 622

Investmentvermögen registrierungspflichtiger Kapitalverwaltungsgesellschaften
Von WP StB Anita Dietrich

Für eine Kapitalverwaltungsgesellschaft, die bestimmte Schwellenwerte nicht überschreitet, enthält das KAGB Ausnahmeregelungen, die eine Kapitalverwaltungsgesellschaft von der vollumfänglichen Anwendung aufsichtsrechtlicher Regelungen ebenso befreien sollen wie von der Anwendung der investmentrechtlichen Rechnungslegungs-, Bewertungs- und Prüfungsvorschriften. Diese Ausnahmeregelungen werden jedoch von verschiedenen Einzelregelungen des KAGB durchbrochen, aus denen sich sowohl für die registrierungspflichtige Kapitalverwaltungsgesellschaft selbst wie auch – bei externer Verwaltung – für die von ihr verwalteten Investmentvermögen unterschiedliche Anwendungsumfänge des KAGB ergeben. In der Bilanzierungspraxis führt dies – nicht zuletzt aufgrund der zum
Teil komplexen Verweisregelungen – im Hinblick auf die Anwendung der im KAGB kodifizierten Ausnahmeregelungen und auf das Zusammenspiel zwischen HGB und KAGB zu zahlreichen Auslegungsfragen. Im Folgenden werden Zweifelsfragen der Rechnungslegung, Bewertung und Prüfung bei Anwendung der Ausnahmevorschriften des § 2 Abs. 5 KAGB analysiert. In einem Folgebeitrag in dieser Zeitschrift liegt der Schwerpunkt dann auf Zweifelsfragen der Rechnungslegung, Bewertung und Prüfung bei Anwendung der Ausnahmevorschriften des § 2 Abs. 4 KAGB.