WPg 10.2020, S. 596

Können große Immobilien-Bestände für börsennotierte Unternehmen zu einem Problem werden?
Von StB Dr. David Eberhardt und Dr. Martin Thomsen

Im Rahmen der geplanten Reform der Grunderwerbsteuer im Bereich sogenannter Share Deals ist unter anderem die Einführung eines neuen Ergänzungstatbestands in Form des § 1 Abs. 2b GrEStG vorgesehen, wonach Anteilsübertragungen nach der Ratio von § 1 Abs. 2a GrEStG zu einem fingierten Übergang auf eine „neue“ Kapitalgesellschaft führen sollen. Bereits früh ist auf mögliche erhebliche Mehrbelastungen bei börsennotierten Kapitalgesellschaften hingewiesen worden. Allerdings fehlt bisher – soweit ersichtlich – eine Quantifizierung der Belastungseffekte. Auch wenn die Reform verschoben wurde, kann eine solche Quantifizierung für das weitere Gesetzgebungsverfahren sinnvoll sein. Ziel dieses Beitrags ist es, die möglichen Mehrbelastungen für börsennotierte Kapitalgesellschaften zu beschreiben und kritisch zu analysieren.