WPg 10.2019, S. 571

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte (KAM) bei den größten zwanzig Kreditinstituten in Europa
Von WP StB Wolfgang Weigel und StB Prof. Dr. Edgar Löw

Eine der Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise zog die EU-Kommission im Jahr 2010 mit ihrer Initiierung einer Abschlussprüferreform; diese mündete im Jahr 2014 in einer europäischen Abschlussprüfer-Verordnung, einer Abschlussprüfer-Richtlinie sowie anschließend in Umsetzungsgesetzen der Mitgliedstaaten (in Deutschland etwa im Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz vom März 2016). Materielle Anforderungen an den Bestätigungsvermerk ergeben sich aus den berufsständischen Regelungen nach ISA 701 (in Deutschland umgesetzt in IDW PS 401). Die EU-Verordnung, die unmittelbar geltendes europäisches Recht gesetzt hat, ist seit dem 17.06. 2016 von Unternehmen öffentlichen Interesses anzuwenden. Damit liegen für das Geschäftsjahr 2017 erstmals europaweit Bestätigungsvermerke vor, die die Anforderungen der EU-Verordnung umfänglich erfüllen. In diesem Beitrag werden die – gemessen an der Bilanzsumme – zwanzig größten europäischen Kreditinstitute untersucht. Dazu gehören zwölf von der EZB beaufsichtigte Kreditinstitute; ergänzend werden vor allem britische und Schweizer Kreditinstitute einbezogen.