WPg 1.2021, S: 56

Was führt zur Amtsunfähigkeit des GmbH-Geschäftsführers?
Von RA Dr. Jochen Blöse, MBA

Der Geschäftsführer einer GmbH ist deren Vertretungsorgan und im Außenverhältnis mit der unbeschränkbaren Befugnis versehen, für die Gesellschaft bindende Willenserklärungen abzugeben. Im Hinblick auf diese herausgehobene Stellung, die jedenfalls im Außenverhältnis von allen Beschränkungen durch die Gesellschafterversammlung emanzipiert ist (§ 37 Abs. 2 GmbHG), versteht es sich nahezu von selbst, dass das Gesetz Anforderungen an die Person des Geschäftsführers formuliert. § 6 Abs. 2 GmbHG verlangt in seinem Satz 1 zunächst eine unbeschränkte Geschäftsfähigkeit und formuliert in Satz 2 dann das Vorliegen welcher Umstände zur Amtsunfähigkeit führt. Dabei sind drei Gruppen zu unterscheiden: dies ist zunächst eine Beschränkung der Fähigkeit, alleinhandelnd Willenserklärungen abzugeben, also die Anordnung einer Betreuung in bestimmten Bereichen, sodann die Beschränkung der Fähigkeit, einen Beruf, einen Berufszweig, ein Gewerbe oder einen Gewerbezweig auszuüben, sowie schließlich die rechtskräftige Verurteilung wegen vorsätzlich begangener, bestimmter im Einzelnen genannter Straftaten.