WPg 1.2021, S. 31

Zum Zusammenhang zwischen Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 und aufsichtsrechtlichen Wertanpassungen
Von Dr. Nils Helms und Jannick Plähn

Der Beitrag analysiert den Zusammenhang zwischen den Zeitwerten innerhalb der Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 und den notwendigen Wertanpassungen gemäß Additional-Valuation-Adjustments-Kategorien (AVA) im Aufsichtsrecht. Zunächst wird theoretisch analysiert, in welchen Hierarchiestufen der Fair-Value-Bewertung von höheren Wertanpassungen auszugehen ist, um dies anschließend empirisch zu überprüfen. Die Datenbasis besteht aus Konzernabschlüssen und Offenlegungsberichten von 39 europäischen Banken der Jahre 2014 bis 2017, die die Vorschriften der vorsichtigen Bewertung (Prudent Valuation) anwenden. Die empirischen Ergebnisse verdeutlichen, dass die Bewertung bzw. die Verteilung der Zeitwerte innerhalb der Fair-Value-Hierarchie einen großen Beitrag zur Erklärung der Höhe der AVA leistet. Das Aufsichtsrecht gewährleistet somit, dass Kreditinstitute, die einen höheren Anteil an Zeitwert-Positionen der Stufen 2 und 3 halten, aufgrund der Bildung von AVA ihre Risikodeckungsmassen erhöhen müssen und insoweit die Einhaltung der Risikotragfähigkeit unterstützt wird.