EFRAG: Projekt zur Erarbeitung eines Rahmenkonzepts für den Ausweis von Finanzinformationen
Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat laut einer Pressemitteilung vom 12.03.2010 ein neues Projekt initiiert mit dem Ziel, ein Rahmenkonzept für den Ausweis von Finanzinformationen zu erarbeiten. Zur Unterstützung dieser Projektarbeit soll ein fachlicher Beirat (Disclosure Framework Advisory Panel – DFAP) eingerichtet werden.
Anlass für EFRAG, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, gibt die Kritik vor allem von Finanzanalysten, wonach Abschlüsse häufig Mängel aufweisen in Bezug auf Anzahl, Relevanz und Klarheit der in ihnen enthaltenen Finanzinformationen. Diese Kritik wird von Anlegern geteilt, die den Abschluss aus diesem Grunde oft sogar ignorieren. Darüber hinaus beklagen Unternehmen die hohen Kosten, einen allen Anforderungen gerecht werdenden Abschluss aufzustellen. Vor diesem Hintergrund versucht EFRAG, einen Beitrag zur Verbesserung des Ausweises von Jahresabschlussinformationen zu leisten. Die Projektarbeiten sollen 2011 in ein Diskussionspapier münden; dafür wird sich EFRAG auch mit dem US-amerikanischen FASB abstimmen, der an einem ähnlichen Projekt arbeitet.
Die Initiative von EFRAG ist Teil ihrer proaktiv ausgerichteten Tätigkeit (Pro-active accounting in Europe – PAAinE). Generelles Ziel der von EFRAG gemeinsam mit europäischen nationalen Standardsettern ins Leben gerufenen Initiative PAAinE ist einerseits, die Zusammenarbeit von EFRAG und nationalen Standardsetzern zu intensivieren und andererseits den europäischen Beitrag zur Diskussion internationaler Bilanzierungsfragen effektiver zu gestalten. Der Schwerpunkt von PAAinE liegt damit in einer gesamteuropäischen und pro-aktiven, d. h. vor dem eigentlichen Standardsetzungsprozess des IASB beginnenden fachlichen Interessenvertretung. Das nun angestoßene PAAinE-Projekt wird von EFRAG geleitet und vom britischen Accounting Standards Board (ASB) unterstützt.
Das DFAP soll voraussichtlich zehn Mitglieder umfassen und im vierteljährlichen Turnus zusammentreten. Bewerbungen vorzugsweise aus dem Kreis der Abschlussersteller und -nutzer, Abschlussprüfer und Wissenschaftler nahm EFRAG bis zum 12.04.2010 entgegen.
- Siehe im Einzelnen Pressemitteilung der EFRAG vom 12.03.2010.
